Tagebuch Caminho Portugues

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26.03.2011 Anreise und 1.Tag 

Nun gehts endlich los. Bin um 5.00 Uhr aufgestanden und mit dem Bus zum Bus gefahren und dort mit Erstaunen festgestellt das der Bus mit dem ich fahren wollte ausgefallen ist. Also mit dem Taxi wieder zurück und mit meinem Auto zum Flughafen Hahn gefahren. Nach 45 Minuten war ich am Flughafen und konnte direkt einchecken. An der Kontrolle wie immer Schuhe ausziehen und vom Personal die Füsse massieren lassen. Mein Rucksack kam genauso pünktlich an wie ich

Blaue Pfeile nach Fatima und die gelben nach Santiago 

Blick auf Porto

Vom Flughafen mit der Metro zur Station Trindate gefahren und den Rest zum Hostal zu Fuss gegangen. Tolles Hostal. Schöne saubere Zimmer und Duschen. Zwischendurch habe ich es noch geschafft etwas Nahrung aufzunehmen. Für 5 Euro bin ich voll satt geworden. Nach dem Einchecken sofort die Stadt bis zur Kathedrale gegangen, um den ersten Stempel zu ergattern. Danach noch etwas durch die Stadt geschlendert und die alte Bibliothek besucht.

Blaue Kacheln an den Häusern

Alte Holzeisenbahn

Kathedrale Porto

Alter Bücherladen

Nachdem ich die Iglesias Camolitas gesehen hatte, habe ich im Cafe Doro einen na ihr wisst schon getrunken. Danach wiederlangsam zum Hostal gegangen um jetzt hier alles reinzuschreiben.

Igeja dos Comulitas

Hostal

27.03.2011    2. Tag Fatima 

Hola zusammen
Das mit der Sonne ist so was. Heute hat es mit einigen sonnigen Abschnitten nur geregnet. Aber ich war ja heute in Fatima und da fährt ein Bus hin. Erst mal vielen Dank an alle die mir in meiner Vorbereitungszeit mit Auskünften dankbar zur Seite gestanden haben. Und ein weiterer Dank an alle die dieses hier verfolgen. Tut mir gut.

Garage atlantico der Firma Rede expressos

Mein Bus

Blick von einer der vielen Brücken 

auf Porto

Also heute morgen um 8.00 Uhr aufgestanden, frisch gemacht und zur Garage atlantico mit dem Taxi gefahren von wo die Rede Expressos in alle Richtungen losfahren. Also auch der nach Fatima. Habe das Ticket direkt für die hin und Rücktour gekauft und dafür 28,80 Euro bezahlt. Alles ging pünktlich ab. Unterwegs die schöne Landschaft Portugals in mich aufgesaugt.
In Fatima angekommen mußte ich mich erst mal auf dem riesigen Platz zurechtfinden.

Pastorales Zentrum

Großes Hochkreuz

Blick über den Platz zur Basilika

An der Information bekam ich erst mal einen Plan in Deutsch und einen Stempel für meinen Pilgerpass. In der Erscheinungskappelle konnte ich etwas beten und meinen Gedanken freien lauf lassen. In die Basilika habe ich die Gräber der Hirtenkinder zu gesehen.

Die Erscheinungskapelle

Grab von Francisco

Bild im Altarraum

Gräber von Lucia und Jacinta

Feuerstelle

Bild am Hauptaltar von der Botschaft unserer lieben Frau an die Seher Kinder

Um 12.30 Uhr begann die Messe, deren ich auch beiwohnte. Ich verstand zwar nichts von dem was gesagt und gepredigt wurde, konnte aber anhand der Handlungen es mit der deutschen Messe vergleichen. Nach der Messe ging es dann erst mal zur Nahrungsaufnahme und ein paar Kleinigkeiten für meine Frau und für unserer Seelenheil. Um 17.30 Uhr fuhr ich wieder zurück nach Porto, von wo ich den Weg zum Hostal alleine fand. Und hier noch eine paar Eindrücke von Fatima.

Über dem Altar

28.03.2011 3.Tag Porto - Rates 

Heute am ersten Tag meines Caminhos bin ich um 06.00 Uhr aufgestanden. Es regnete in Strömen. Und was mach ich jetzt. Gehe ich den vorgesehenen Weg an der Küste entlang oder ab Maia den normalen Weg. Ich entschied mich für den Weg über Maia. Bin also mit der Metro für 1,75 Euro bis zum Forum Maia gefahren und von dort losgepilgert. Und es regnete bis Rates.

Blau gekachelte Kirche von Barreiros da Maia

Unterwegs

Die Zeichen

Auch unterwegs gesehen

Unterwegs mal etwas gegessen und versucht den vielen Autos auf der Strasse auszuweichen. Es war manchmal lebensgefährlich. Es gab weder Bürgersteige noch Leitplanken. Und dann noch die Gischt vom Regen. Nu ja wie ich in Rates angekommen war habe ich erst mal Gott gedankt das er mich auf dem Weg so tapfer beschützt hat. Den ganzen Tag versucht ich meine Sachen zu trocknen. Die Schuhe sind fast trocken geblieben aber der Regen ist von oben durch die Socken reingelaufen.

Unterwegs

Ponte do Ave

Igrea de Sao Pedro

Unterkunft in Rates

Bin dann abends noch in ein Restaurante gegangen um mit zwei Mitpilgern eine Pizza zu essen. Wir waren insgesamt 12 Pilger,  davon 1 Spanier, ein Italianer und der Rest Deutsche und Österreicher. 4 von den Deutschen kannten mich aus dem Internet.

29.03.2011 4.Tag Rates - Portela de Tamel 

Nach einer ruhigen Nacht bis 06:30 Uhr geschlafen. Dann wie immer fertig gemacht, ohne die anderen zu wecken. Ich konnte bei trockenem Wetter lospilgern. War das schön. Es war sehr neblig unterwegs und die Sonne hatte Schwierigkeiten durch zu kommen. Aber gegen 10:00 Uhr hat sie es geschafft.
Bei Petra Fernandes habe ich mein Frühstück eingenommen. Bei ihr gab es auch einen Stempel für meinen Pilgerpass. Dafür musste ich mich in ihr Gästebuch eintragen.

Nach dem Regen war der Weg total matschig

Landschaft im Nebel

Steinmännchen

Unterwegs

Altes Windrad

Unterwegs habe ich einen Pilger aus Frankreich getroffen der von Santiago nach Fatima unterwegs ist. Habe im natürlich einen Buen Camino gewünscht.
In Baracelos angekommen besichtigte ich die Kirche Bom Jesus. Dort bekam ich auch einen Stempel. Auf dem Weg raus aus Barcelos gab es doch glatt einen Mac Donald. Habe mir dort eine Chicken Menue  gegönnt. Ab da war es nicht mehr weit bis Portela de Tamel. Der Weg hoch zur Alberge war  steil. Wurde dafür aber mit einen sehr schönen Alberge belohnt. Sofort unters Wasser gesprungen, ans Internet gesetzt und einiges nachgeholt zum reintippen. Da das einzige Restaurante wegen Besitzerwechsel geschlossen hat, kocht der Vater von einem der Herbergsführer uns was leckeres. Ihr werdet es wohl morgen erfahren.

Es gab viele Zitronen und Orangenbäume

In der Bar, wo ich auch einen Stempel bekam

Feigenkaktus

Säulenkaktus

Kirche von Carvahal

Kirche Bom Jesus La Cruz

Bett in Portele del Tamel

Beim Essen

30.03.2011 5.Tag Portela de Tamel - Ponte de Lima 

Bin heute um 06.00 Uhr aufgestanden und noch bei trockenem Wetter losgegangen. Kurze Zeit später setzte ein Landregen ein bis kurz vor Ponte Lima. Das hiess wieder Poncho an. Landschaftlich war  der Weg sehr schön trotz des Regens. Kaum enge Strassen mit LKWs. Habe dann zwischendurch in einem Cafe  denselben getrunken und auch einen Stempel bekommen

In Ponte de Lima macht die Herberge  erst um 16.00 Uhr auf. Ich war aber schon um 13.00 Uhr da und habe mir in der daneben liegenden Bar ein kleines Mittagessen mit 2 Cervesas für 4,80 Euro gegönnt. Es schmeckte irgendwie nach Kaninchen mit Reis. Um 16.00 Uhr öffnete die Alberge. Super eingerichtet, sauber, tolle Küche , warmes Wasser zum Duschen. Heute sind wir wieder zu acht. Unser italienischer Pilger möchte heute Nudeln aller Santiago für alle kochen.
 Die Zutaten sowie den Vino Tinto haben wir schon gekauft. Lasse mich mal überraschen. Bis jetzt hat sich erst eine kleine Blase gezeigt, die mich aber nicht weiter stört. Ansonsten brennen die Füße nach jeder Tour wie mit Nadelstichen versetzt. Nach dem Eincremen mit Hirschtalg gehts wieder besser. Und der Vino tut auch sein bestes dafür.

31.03.2011  6.Tag Porte de Tamel - Rubiaes

Dies war einer der schönsten aber auch schwierigsten Streckenabschnitte. Landschaftlich grandios, steile Bergauf und abstiege. Am Cruz dos Franceses habe ich meinen  mitgebrachten Stein abgelegt. Es war alles in allem sehr anstrengend. Daher mache ich hier in Rubiaes auch meinen Stop. Die Herberge hatte bei meinem Eintreffen noch nicht geöffnet. Also bin ich runter ins Cafe und habe den Schlüssel besorgt.Dann wieder zurueck, frisch gemacht und wieder runter ins Dorf gegangen um Nahrung aufzunehmen. Da schreib ich auch grad meinen Blog rein. Es gab eine Kohlsuppe und Chicken mit Reis und Pommes. Dazu wie immer ein Cerveza grande. Gleich gehts dann wieder hoch in die Herberge und noch ein bisschen in der Sonne braten. Ist der erste Tag wo ich nur mit T-Shirt unterwegs war. Morgen in der Frühe gehts bis nach Tui. Also bin ich dann in Spanien ( Galizien).
Da schau ich das ich wieder zu dem Tag hier ein paar Bilder einsetzten kann. Der Weg hatte es wirklich in sich. Teilweise über Geröll nach oben oder nach unten . Da durch den Regen der vergangene Tage die Wege teilweise hoch überflutet waren musste ich auch zwangslaüfiger weise durchs Wasser gehen. Die Schuhe blieben von innen trocken.

Kurze Frühstückspause

Steiler Berganstieg

Am Cruz dos Franceses

In der Herberge von Rubiaes

01.04.2011  7.Tag Rubiaes- Tui

Mal wieder in der Dämmerung losgegangen.Die Nacht schlecht und kaum durch geschafen. Lag wohl an der Saüre vom Vino. Rechts von mir schaute mich der Neumond an. Bei sehr schönem und sonnigen Wetter ging es über holprige manchmal mit Wasser versetzten Wegen Richtung Tui. An der ersten Bar machte ich für ein Frühstück halt.Danach bin ich fast ohne Pause bis Tui durch gegangen.In Valenca waren auf einmal zwei Pfeile zu sehen. Ich folgte dem geradeaus und kam nach einem Kreisverkehr mit Brunnen zur Brücke, welche die beiden Länder trennt. Endlich war ich in Galizien. Bin dann direkt zur Kathedrale und dann in die Alberge gegangen. Tolle Zimmer und Duschen. Nach dem Reinigungsritual habe ich mir ein Menü del Dia gegönnt. Danach ein Internet Cafe gesucht um mir meine Bordkarte auszudrucken und den Blog zu schreiben. Blog schreiben ging aber der Drucker im Cafe streikte. Also habe ich bei Ryanair nur online eingecheckt. Gleich gehts noch ein bisschen durch die Stadt und dann in die Heia.

Brücke von Valenca nach Tui

Auf der Brücke

Erster Kilometerstein in Galicien

Bett in meiner Herberge

Abendbrot in der Gemeinschaft

02.04.2011   8.Tag Tui - Redondela

Heute morgen sehr früh los gegangen. Das Wetter war trocken und bedeckt. Es lies sich gut Pilgern. Bis O Porrinho war es langweilig und danach ging es an der N 550 entlang. Teils sehr gefährlich, wegen der LKWs. Dann  kam aber der Aufstieg nach Mos. Oben auf dem Berg angekommen in der Bar ein Boccadilo gefuttert. Dann ging es weiter den steilen Berg runter nach Rondondela.

Herberge in Redondela

Der Weg war sehr steil und meine Knie haben sich etwas bemerkbar gemacht. Am Tagesziel angekommen immer noch keine weitere Blase entdeckt. Ein Menü del Dia gegessen und erstmal auf das Bett gelegt. Die Herberge ist super gut eingerichtet. Hier im Internet Cafe meine Boarding Karte ausgedruckt und den Blog geschrieben. In der Herberge gibts leider kein Inet. Morgen gehts weiter bis ... mal schauen wie weit mich die Füsse tragen.

03.04.2011   9.Tag  Redondela-Pontevedra-Portela-Caldas de Reis

So liebe Pilgerfreunde
Heute war so ein Tag. Es war nicht zu heiss und nicht so kalt und kein Regen. Wollte eigentlich bis Portela gehen. Aber es kam anderes, weil es so gut lief. Ohne Blasen an den Füssen bin ich nach sage und schreibe 40 km in Paldas de Reis angekommen. Der Grund dafür war, das ich meinen Füssen an den warmen Quellen was gutes tun wollte. Es  war eine sehr schöne Landschaft die ich passieren durfte. Gleich kommen noch einige Eindrücke von mir.I n Caldas de Reis bin ich so gegen 16:00 Uhr angekommen. Abends sind wir noch in die Stadt gegangen, da dort eine Fiesta stattfand, mit einer in Spanien bekannten Gruppe.

Eine Fiesta in Caldas de Reis

Nur noch 50 km

Mit Franzi,Diana und Marin habe ich drei Tage gepilgert

Unsere Füsse

04.04.2011  10. Tag Caldas de Reis- Padron

Heute morgen hat wohl meine Kamera den Geist aufgegeben. Sie hat den Sturz aus 1 m Höhe nicht überlebt. Der Weg war heute sehr schön und abwechselungsreich. Unterwegs, was mir noch nie passiert ist, hat die Cardia Cevil mir einen Stempel in meinen  Pilgerausweis gedrückt. Ich war sprachlos und bedankte mich natürlich. Da ich erst um 8.00 Uhr aufgestanden bin und danach noch recht gut gefrühstückt habe kam ich erst um 9.00 Uhr los. Dafür war ich schon  nach 18 km um 13.00 Uhr in Padron und schreibe euch hier. Nachher gehts noch die Kirche rauf. Aber vorher erst mal was essen. Habe richtig Hunger.

hier kommen auch noch Bilder hin

05.04.2011  11.Tag Padron - Santiago

Die Nacht endete heute schon um 6.00 Uhr. Erstens war eine Pilgerin mit dauerndem Husten, wo ich schon dachte ich muß bald arbeiten und zweitens war wohl eine kleine Maus damit  beschäftigt die Mitpilger wach zu halten. In der Frühe war es sehr frisch als ich losging. Kurz nach Teo nahm ich mein erstes Fruehstück zu mir. Unterwegs überholte ich 5 deutsche Pilger die aus Teo los maschiert waren. Auch die wollten wohl vor der Messe in Santiago ankommen. Kurz nachdem ich das Stromwerk passiert hatte sah ich auch das erste Mal die Türme der Kathedrale. Der Weg am Krankenhaus vorbei hatte es aber auch in sich. Ich dachte der hört wohl  nie auf.Dann kam ich am Park vorbei und durch die Einkaufsstrasse zur Kathedrale. Bin direkt in das leere Pilgerbüro gestartet und habe meine Compostella incl. einer Papprolle geholt. Im Anschluss ging ich in mein Hotel und checkte ein.Um 11.30 Uhr war ich in der Kathedrale und war überrascht wie leer sie war. Aussser den üblichen Besuchergruppen war die Hälfte der Kathedrale leer.Die Nonne sang wie beim  letzten Mal wieder sehr schön und ich konnte auch wieder etwas mitsingen.Die Messe dauerte nur 35 Minuten. In der Zwischenzeit bis zum Eintreffen meiner Pilgerkollegen machte ich mich frisch und ging einen Happen essen. Den drei Mädels besorgte ich in einer Privatunterkunft für 15 Euro ein Zimmer, in der Nähe der Kathedrale. Abends gingen wir noch etwas Shoppen Essen und Relaxen im Park. Da ich Verabschiedungen hasse, machte ich es kurz und ging auf mein Zimmer. Die Mädels versprachen mir aber die Bilder, die sie gemacht hatten, mir per @ Mail zu senden, da meine Kamera ja kaputt war.( Deswegen auch keine Bilder )

06.04.2011  12. Tag Abreise

Habe bis um 08:00 Uhr geschlafen im Hotel mein Frühstück eingenommen und mir dann ein Taxi kommen lassen. Der Preis vom Hotel bis zum Fluhafen kostetet 20 Euro.Die Maschine war pünktlich und nicht ausgebucht. Am Flughafen Hahn angekommen, mit dem Shuttle Bus zum Parkplatz gefahren und mein Auto ausgelöst.
Meine Frau hat sich ganz doll gefreut, als sie mich wieder gesehen hat. Ich durfte aber erstmal baden ( wohl wegen dem anderen Geruch den ich mitbrachte ) und die Waschmaschine freute sich auch.
Mit Sauerbraten und Knödel wurde mein Magen erfreut.

Heute habe ich noch auf dem Flughafen in Santiago erfahren das am Sonntag ein 67 Jähriger Pilger in einer Herberge nach einer 40 km Tour verstorben ist.

Ich wünsche allen die auf dem Weg sind oder noch gehen wollen einen für die schönen Weg und eine gesunde Heimkehr.
In diesem Sinne
Ultreia y Buen Camino
Euer Pilger Michael